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Der beste Junggesellinnenabschied aller Zeiten

Meiner! Am letzten Samstag! Es geht in großen Schritten auf unsere Hochzeit zu und obwohl ich kein Fan vom üblichen Klimbim rund um Hochzeiten heutzutage bin, wollte ich schon gerne zum Abschied vom Junggesellinendasein eine schöne Zeit mit meinen Liebsten verbringen. Von mir aus hätten wir einfach nur zusammen ein Stück Torte essen können, oder ins Kino gehen aber meine Trauzeugin Birthe nimmt ihren Job sehr ernst und so bekam ich eines Tages einen Anruf der mit den Worten begann: „Du, ich hab mir da mal eine Liste gemacht…“ Zum Glück musste ich nicht lange bitten und betteln, dass auf das Prozedere, mit Krönchen und Bauchladen durch die Straßen zu ziehen, um Penislutscher und Schnäpse zu verkaufen, verzichtet wird. Und wegen der unterschiedlichen Wohnorte der Teilnehmer und des deswegen noch größeren Terminfindungsproblems wurde mir zum Glück auch verraten, wann es denn so weit ist.

So wurden dann Birthe, Nicole und ich von meinem liebsten Mann in spe am Samstag Vormittag nach Köln gebracht. Der Tag hat schon merkwürdig angefangen, weil ich viel zu spät im Bett und viel zu früh wieder wach war. Martin meinte dann aber, dass ich doch noch ein wenig schlafen sollte, was dann wiederum zur Folge hatte, dass ich total VERschlafen hab. Trotzdem sind wir dann einigermaßen fidel in Köln bei Ewelina angekommen. Meine Stimmung war recht angespannt, weil ich nicht wusste, was auf mich zukommt und weil ich situativ und hormonell etwas vorbelastet war. Ich wusste natürlich, dass nichts „Schlimmes“ passiert, aber ich stehe überhaupt nicht gerne im Mittelpunkt und Überraschungen finde ich sehr anstrengend – perfekte Voraussetzungen für einen Junggesellinnenabschied. 😀 Zum Glück hab ich am Tag vorher doch noch den Tipp bekommen, nicht zu viel zu frühstücken (was ich wegen der Aufregung eh nicht konnte) – denn mich erwartete ein riesiges Brunch-Buffet! Jeder hatte etwas beigesteuert und so mümmelten wir uns durch die verschiedenen Leckereien, redeten Dummfug und tranken Kaffee und Sekt. Viel Sekt.

Wenn das „alles“ gewesen wäre – ohne Witz, wäre ich schon völlig zufrieden gewesen, denn ich sehe diese Herzmenschen alle viel zu selten und schon allein alle wiederzusehen, war ein Träumchen. Doch nach dem ausgiebigen Brunch ging es dann schon leicht angedüdelt raus in die Mittagshitze. Kaum zu glauben, dass wir vor zwei Wochen noch Eiskratzen mussten. Wir liefen zur Bahn und fuhren in die City von Köln. Genauer gesagt zum Neumarkt, wo zur Zeit das Zirkuszelt vom Zirkus Roncalli steht – unsere nächste Station. Ich wusste erst gar nicht, was ich sagen sollte. Zirkus und ich, das ist so eine tiefe Liebe! Ich war einige Jahre Anleiterin beim Kinder- und Jugendzirkus unserer Stadt und werde immer wieder nostalgisch, wenn ich an diese schöne aufregende Zeit zurück denke. So dauerte es auch nur bis zum Karteneinlass, bis ich voll in der Zirkuswelt drin war. Popcorn, Artisten, Live-Musik – noch im Vorzelt hatte ich schon wieder die ersten Tränen im Knopfloch.

Ahman-JGA-Lieblingsmenschen

Unsere Plätze waren der Hammer und die Vorstellung zum 40. Roncalli-Jubiläum rundum perfekt. Ich finde es großartig, dass beim Zirkus Roncalli die Artistik im Vordergrund steht und auf Tiere weitestgehend verzichtet wird. Es gab zwar eine Pferdenummer, aber ich denke das ist moralisch noch vertretbar. Sogar die Clowns waren fantastisch und haben mich zum Lachen gebracht, was mich sehr überrascht hat. Es gab auch einige bewegende Momente zum Beispiel den „mechanischen Clown“ der auch noch ausgerechnet mit der Musik von Danny Elfman unterlegt war, genauer dem Soundtrack zu Edward mit den Scherenhänden. Große Überraschung: Mal wieder Rotz und Wasser geheult. Videoaufnahmen durften aus urheberrechtlichen Gründen nicht gemacht werden, aber unter roncalli.de kann man sich welche ansehen.

Nach der Vorstellung machten wir uns zu Fuß auf den Weg zum nächsten Programmpunkt. Zur Abwechslung gab es mal wieder etwas zu essen. Aber wie! Nach einem kleinen Zwischenhalt für ein Wegbier „Beim dicken Johnny“ ging es zum Maracana Rodizio. Als Birthe mich bei der Planung fragte, was ich gerne essen würde, sagte ich nur: Fleisch! Und Fleisch sollte ich bekommen! Das Maracana Rodizio bietet brasilianische Küche. Es gibt zu einem festen Preis ein Vor- und Nachspeisenbuffet und die Hauptspeise wird an den Tisch gebracht – all you can eat. Als Vorspeisen gab es verschiedene Salate, Rohkost, kaltes Fleisch und ich habe zum Beispiel auch eine Muschel probiert. Wenn man mit den Vorspeisen fertig ist, geht dann das Fleisch- und Beilagenkarussell los. Die durchweg sehr freundlichen Bedienungen des Maracana gehen mit Fleischspießen von Tisch zu Tisch und schneiden auf den Teller etwas herunter, wenn man es probieren möchte. Und an Sorten ist alles Mögliche dabei: Huhn, Pute, Lamm, Schwein, Rind… außerdem gibt es vom Spieß auch noch gegrillte Ananas und gebackene Banane. Auch die Beilagen werden an den Tisch gebracht: Fritten, Kartoffeln, Reis, schwarze Bohnen, Brokkoli, Paprika und Pilze – vielleicht auch noch mehr, aber das ist woran ich mich erinnere. 😀 Dazu tranken wir leckere Mojitos und Caipirinhas – und einige Flaschen Wasser, weil es so heiß war. Dazu beigetragen hat wahrscheinlich auch die Samba-Show, die zumindest teilweise direkt vor unserem Tisch stattgefunden hat. Die Stimmung bei unseren Tischnachbarn war leider sehr verhalten, aber wir hatten jede Menge Spaß und haben ohne Ende mitgejohlt. Es gab dann noch einen Schnaps und für mich dann auch keinen Nachtisch mehr, weil ich so satt war.


Als letzte Station haben wir uns noch in den Biergarten vom Stadtgarten gesetzt. Da haben wir den Tag gemütlich ausklingen lassen bei ein paar Radler (auch hier war die Bedienung wieder sehr freundlich!). Dazu haben wir „Halt mal kurz“ gespielt, das Kartenspiel zu den grandiosen (Hör-)Büchern von Marc-Uwe Kling und dem kommunistischen Känguru – vor allem die Hörbücher kann ich uneingeschränkt empfehlen. Diese werden live vor Publikum vom Autor gelesen und ich könnte mich darüber jedes Mal kringelig lachen. Auch das Spiel hat nicht enttäuscht und obwohl die anderen die Hörbücher nicht kennen, hatten sie glaube ich auch Spaß beim Nazis klatschen und Gruppen-SchnickSchnackSchnuck.

Wir hatten mal erwägt, abends noch einen Cocktail zu trinken oder feiern zu gehen, aber der Tag war doch sehr ermüdend, so dass wir uns auf dem Weg nach Hause gemacht haben, als der Biergarten zu gemacht hat. Wieder zu Hause in Bergneustadt angekommen, bin ich dann auch gleich ganz kaputt aber sehr glücklich ins Bett gefallen.

Ich möchte mich an dieser Stelle ganz herzlich bei allen bedanken, die mir diesen Tag so wunderschön gemacht haben. Schöner, als ich ihn mir vorgestellt habe. Es ist toll, euch als Freunde zu haben!

 

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von

Miriam

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