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ST​—​FM (DATA999) | Children of Obarski — Amiga Musik auf Tape in 2017

Es ist Febru­ar. Kalt und unge­müt­lich, aber so lang­sam ist der Schnee ver­schwun­den. Da flat­tert ein neu­es Musik­re­lease auf Band­camp rein, wel­ches mei­ne Auf­merk­sam­keit weckt. Der Klap­pen­text liest sich viel­ver­spre­chend:
This is a tri­bu­te to one of the most used sam­ple packs of the late 1980’s: ST-01 and ST-02! The­se two flop­py disks came with the Ami­ga soft­ware Sound­tra­cker (made by Kars­ten Obar­ski) in 1987, and was used by thousands of teens around the world!
ST-FM cele­bra­tes this move­ment with ST-01 and ST-02 based songs from a selec­tion of artists renow­ned for their work on the Ami­ga, many for over three deca­des.

Aha! Da haben sich also eine hand­voll Recken zusam­men­ge­tan, um mit den Sounds mei­ner Jugend neue Musik zu kre­ieren. Krass! In den ers­ten Song rein­ge­spult und *patsch*, sit­ze ich vor mei­nem inne­ren Auge vor mei­nem Ami­ga 2000, irgend­wo 1992 / 1993 in mei­nem Kin­der­zim­mer und lade zum ers­ten Mal das Mod Axel F. in mei­nen Startrek­ker. Mei­ne Kinn­la­de fällt run­ter. Was? Die­ser hei­ße Sound kommt gera­de aus den Moni­tor­bo­xen? Unglaub­lich! Bis­her gabs Axel F. nur auf Sonix, und das klang ganz schön uncool. Doch was hier in mei­ne Ohren bal­lert haut mich ein­fach um. Neben der Startrek­ker-Dis­ket­te gibt es noch ein Sam­ple­pack dabei, auf 6 Dis­ket­ten ver­teilt. Die berühmt-berüch­tig­ten ST-00 bis zur ST-06. Ich lade Sounds, spie­le sie auf der Tas­ta­tur. Ich lade Modu­le, höre. Bin sprach­los. Der Grund­stein zur Musik­pro­duk­ti­on ist gelegt. Und nun gibt es ein Tri­bu­te zu den ers­ten bei­den die­ser legen­dä­ren Sound­dis­ket­ten. Krass! Und was sehen mei­ne Augen noch? Das Release ist nicht nur Digi­tal — nein! Es kommt, stil­ge­recht und der Zeit damals ange­passt, auf Tape daher!

Es gibt eine limi­tier­te Auf­la­ge von 100 Kas­set­ten (wobei ich ver­mu­te, das es 200 sind, da es zwei Vari­an­ten gibt). Die­se wer­den ent­we­der gelie­fert in grün-trans­pa­ren­tem Kas­set­ten­ca­se mit Oran­ge­far­be­ner Kas­set­te (für die­se Ver­si­on habe ich mich ent­schie­den) oder in einem oran­ge-trans­pa­ren­tem Case mit blau­er Kas­set­te. Als Info dazu sagt Band­camp, dass die Kas­set­ten in Eng­land her­ge­stellt wer­den und aus Frank­reich ver­schifft wer­den.

Das Inlay mit dem Cover und wei­te­ren Infos ist auf hoch­wer­ti­gem, dicken Kar­ton gedruckt und macht einen guten Ein­druck. Das Case sel­ber aller­dings nicht so. Ist sehr lab­be­rig — was aber auch zum Bei­spiel bei den neu­en Kas­set­ten der John Sin­c­lair Edi­ti­on 2000 Serie der Fall ist. Trübt für mich den Gesamt­ein­druck schon sehr. Wäre vom Prin­zip egal, wenn man sich das Medi­um Kas­set­te nur in den Schrank stellt und dann die unli­mi­ted Stream Opti­on von Band­camp zunut­ze macht. Aber ich mag ja dann auch den Genuß der Musik vom Medi­um der Wahl sel­ber.

Auf der Kas­set­te sel­ber befin­den sich alle 15 Songs des Digi­tal Albums. Anbei die voll­stän­di­ge Play­list mit Track­län­gen:

Side 1:
1. qwan — K-man 02:27
2. Zabu­tom — Play my Billz 01:59
3. Bal­boa — Death Mis­si­on 03:00
4. lin­de — Work 02:30
5. Dr Vec­tor — Life Is A bonus 03:01
6. GOTO80 — Advec­tor­bar­ski 03:30
7. Svet­la­na — Bad Dudes Street 02:38
8. tero — Ami­ga­so­li­ne 04:29

Side 2:
9. 4-Mat — Pops­na­re 02:49
10. vim — Stox 03:16
11. Omri Sulei­man — Tyobar1 04:09
12. fire­drill — Chan­nel 03:37
13. Inge­mar — 3D 2 02:04
14. Enzo Cage — Suntronic10 02:18
15. Mark ‚TDK’ Knight — Sani­ty Twis­ter 05:30

Der Ver­sand erfolg­te sicher durch ver­stär­ken­de Pap­p­ein­la­ge in einem gepols­ter­ten Umschlag. Die ver­an­schlag­ten 5 Tage wur­den im übri­gen ein­ge­hal­ten — also alles cool!

Als beson­de­res Gim­mick neben der Mög­lich­keit, das Album bei Band­camp sel­ber zu hören, ist die inter­ak­ti­ve Ver­si­on (der Link dahin befin­det sich unter die­sem Text).

Hier wird eröff­net in sty­li­scher Ami­ga 500 und WB / Kick­start 1.3 — Manier. Man bekommt qua­si eine in C64 Pet­scii Style ani­mier­te Musik­disk prä­sen­tert. I like!

Bin noch nicht mit allen Songs durch zum jet­zi­gen Zeit­punkt. Aber die Sounds sind auf ST​—​FM (DATA999), soweit ich das bis jetzt beur­tei­len kann, sehr frisch und gut ein­ge­setzt. Man merkt Ihnen deut­lich das Alter an. Aber die Künst­ler haben hier wirk­lich alles gege­ben, etwas aktu­el­les mit viel Retro­charme zu schaf­fen.

Das Label Data Air­lines aus Frank­reich ist mir mit die­sem Release das ers­te Mal auf­ge­fal­len. Wer­de mich aber mal wei­ter­bil­den. Die Fokus­sie­rung auf retro­ga­ming, indie elec­trro­nics, chup­tu­ne und retro-future design klingt mehr als lecker. Die Wur­zeln in der Cra­cker- und Demo­sze­ne sind rich­tig zu spü­ren, und Gren­zen im For­mat sind nicht zu erken­nen. SIDs sind auch dabei. Na pri­ma 🙂

Ein wirk­lich tol­les Pro­jekt, wel­ches unter Fuch­tel des schwe­di­schen Musi­kers GOTO80 ent­stan­den ist. Und es kommt genau zur rich­ti­gen Zeit! Denn jetzt, wo so vie­le Retro-Sce­ne-Musik­pro­jek­te anste­hen besin­ne ich mich auf mei­ne musi­ka­li­schen Wur­zeln. Kann es kaum erwar­ten, auf dem Rück­weg im Auto gleich den Walk­man an die Sound­an­la­ge zu klem­men und den Rest zu hören!


Wei­te­re Links:

ST​—​FM (DATA999) auf Band­camp:
https://​dataair​lines​.band​camp​.com/​a​l​b​u​m​/​s​t​-​f​m​-​d​a​t​a​999

Inter­ak­ti­ve Musi­cdisc für den Brow­ser (am Bes­ten mit Chro­me):
http://​www​.dataair​lines​.net/​p​r​o​t​o​d​a​t​a​/​S​T​-​FM/

Data Air­lines Label­web­sei­te:
http://​dataair​lines​.net

Kategorie: Allgemeines, Amiga, Musik, Retro, Tape

von

Martin

Guten Tag. Ich bin gerne im Internet. Und teile da gerne die Dinge die mich interessieren, die ich mache und was ich gut finde. Da Facebook nicht jedermanns Sache ist nun auch auf der eigenen Webseite. Danke, Miri!

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1 Kommentar auf "ST​—​FM (DATA999) | Children of Obarski — Amiga Musik auf Tape in 2017"

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[…] auf­merk­sam gewor­den, was für mich schon mehr als was beson­de­res ist. Wie schon bei dem Review des Ami­ga-Musik Tapes ST-FM erwähnt, war Axel F. im Jah­re 1992/93 mein ers­tes geöff­ne­te Mod mei­nes Lebens. Hat mich ja sehr […]

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